Barrierefrei umbauen · Kostenlose Checkliste

Checkliste Wohnungsbegehung: Ist die Wohnung altersgerecht?

Wird die Badewanne, die Türschwelle oder die Treppe langsam zur Gefahr? Mit dieser kostenlosen Checkliste prüfen Sie und Ihre Angehörigen die Wohnung Raum für Raum auf Barrieren – zum Ausdrucken oder als PDF speichern, mit den wichtigsten Maßen nach DIN 18040-2 und einem „Was tun?"-Hinweis zu jedem Bereich. Ideal vor einem Umbau, nach einem Sturz oder nach einer Diagnose.

Lieber gleich beraten lassen?

Gut zu wissen: Was bei jedem Fund konkret hilft, erklärt der Ratgeber Altersgerechter Umbau. Welche Zuschüsse es gibt, zeigt der Förder-Schnellcheck – bei Pflegegrad zahlt die Pflegekasse bis zu 4.180 € je Maßnahme.

So machen Sie die Wohnungsbegehung

Eine Wohnungsbegehung ist schnell gemacht – und zeigt schwarz auf weiß, wo die Wohnung sicher ist und wo nicht. So gehen Sie vor:

  1. Checkliste ausdrucken (oder am Handy mitnehmen), dazu Zollstock bzw. Maßband und einen Stift bereitlegen.
  2. Bei Tageslicht durch die Wohnung gehen – Raum für Raum, in der Reihenfolge der Checkliste, und jeden Punkt ankreuzen oder markieren.
  3. Die Begehung abends wiederholen: Wo ist es zu dunkel? Gibt es Licht auf dem nächtlichen Weg zum Bad?
  4. Mit Rollator oder Rollstuhl (falls vorhanden) alle Wege abfahren – erst dann zeigen sich enge Türen, Schwellen und fehlende Rangierflächen wirklich.
  5. Maße notieren: lichte Türbreiten (die tatsächlich freie Breite im geöffneten Türrahmen messen, nicht das Mauerwerk), Schwellenhöhen und Bewegungsflächen.
  6. Ergebnis besprechen – mit Ihren Angehörigen, mit einer kostenlosen, neutralen Wohnberatung (Pflegestützpunkt, Wohnberatungsstelle) oder kostenlos mit uns.

Barrierefrei oder barrierearm? „Barrierefrei" folgt der Norm DIN 18040-2 mit festen Maßen – daran orientieren sich die Prüfpunkte. Im Bestand ist das oft nicht voll umsetzbar; dann genügt meist eine barrierearme Lösung, die den Alltag spürbar erleichtert. Für die Förderung gelten teils eigene technische Vorgaben.

1. Eingang & Treppenhaus

Der Weg ins Haus ist oft die erste Hürde – prüfen Sie den Zugang von außen und die Treppe.

  • Kommt man ohne fremde Hilfe ins Haus – auch mit Rollator oder Rollstuhl?
  • Türschwelle an der Haustür: möglichst keine (0 cm); wo technisch unvermeidbar, höchstens 2 cm hoch?
  • Haustür breit genug? Lichte Durchgangsbreite ab 80 cm = barrierefrei, ab 90 cm = rollstuhlgerecht.
  • Haustür leichtgängig, Griff gut greifbar? (Bei wenig Kraft hilft ein elektrischer Türöffner/Türantrieb.)
  • Stufen vor der Tür? Dann Rampe prüfen: Längsneigung höchstens 6 %, Podest 150 × 150 cm am Anfang und Ende, nach spätestens 6 m ein Zwischenpodest.
  • Handlauf an Stufen und Treppe vorhanden – möglichst beidseitig, durchgehend und gut umgreifbar?
  • Treppe im Haus noch sicher zu bewältigen? Sonst Treppenlift prüfen (Sitzlift; Plattformlift für den Rollstuhl).
  • Eingang und Treppenhaus hell beleuchtet, idealerweise mit Bewegungsmelder? Belag eben und rutschfest?

Was tun? Lösungen und Zuschüsse: Rampe & barrierefreier Eingang · Treppenlift

2. Flur & Türen

Enge Türen und kleine Schwellen sind die häufigsten Hürden in der Wohnung selbst.

  • Alle Türschwellen in der Wohnung entfernt – oder höchstens 2 cm hoch und möglichst abgeschrägt?
  • Innentüren breit genug? Lichte Durchgangsbreite mindestens 80 cm (rollstuhlgerecht 90 cm) – besonders zu Bad und Schlafzimmer.
  • Vor den Türen genug Platz zum Rangieren (rollstuhlgerecht 150 × 150 cm)? Manchmal hilft schon das Umstellen eines Möbelstücks.
  • Keine losen Teppichkanten, Übergangsleisten oder Kabel im Weg?
  • Badtür öffnet nach außen (oder Schiebetür)? Nach innen aufschlagende Türen können bei einem Sturz zur Falle werden.

Was tun? Lösungen und Zuschüsse: Türen verbreitern & Schwellen entfernen

3. Küche

Hier wird gestanden, gebückt, gegriffen und Heißes getragen – prüfen Sie Erreichbarkeit und Sicherheit.

  • Genug Bewegungsfläche vor Arbeitsfläche und Geräten? Barrierefrei 120 × 120 cm, rollstuhlgerecht 150 × 150 cm.
  • Lässt sich bei Bedarf im Sitzen arbeiten? Rollstuhlgerecht: Beinfreiraum unter Arbeitsfläche/Spüle mindestens 67 cm hoch, ab 90 cm breit, ab 30 cm tief.
  • Oberschränke ohne Hocker erreichbar? (Sonst: absenkbare Oberschränke oder Stauraum nach unten verlagern.)
  • Auszüge statt tiefer Drehtürschränke – kommt der Inhalt zu Ihnen heraus?
  • Herd sicher: Bedienung vorn, Abschaltautomatik und Restwärmeanzeige – idealerweise Induktion?
  • Verbrühschutz: Armatur mit Temperaturbegrenzung, Warmwasserleitungen unter der Spüle verkleidet?
  • Backofen und Geschirrspüler erhöht eingebaut, damit tiefes Bücken entfällt?
  • Boden eben und rutschhemmend, keine losen Läufer? Helles, blendfreies Licht direkt über der Arbeitsfläche?

Was tun? Lösungen und Zuschüsse: Barrierefreie Küche

4. Bad

Das Bad ist der wichtigste Raum beim altersgerechten Umbau – hier passieren viele Stürze.

  • Dusche bodengleich – oder steht noch eine Wanne bzw. eine Duschtasse mit hohem Rand? (Der Wechsel zur bodengleichen Dusche ist die wichtigste Einzelmaßnahme.)
  • Schwelle zur Dusche: möglichst keine, höchstens 2 cm?
  • Haltegriffe an Dusche und WC vorhanden? Klappsitz in der Dusche?
  • Boden und Fliesen im Nassbereich rutschhemmend (R10/R11)?
  • Einhebel- oder Thermostatarmatur mit Verbrühschutz?
  • WC etwas erhöht? Waschbecken unterfahrbar?
  • Duschplatz mindestens 120 × 120 cm; rollstuhlgerechte Bewegungsfläche 150 × 150 cm?
  • Badtür mindestens 80 cm licht (rollstuhlgerecht 90 cm) und möglichst nach außen öffnend?

Was tun? Lösungen und Zuschüsse: Barrierefreies Bad · Wanne zu Dusche

5. Schlafzimmer

Entscheidend ist vor allem der nächtliche Weg zum Bad – und dass im Notfall Hilfe erreichbar ist.

  • Weg vom Bett zum Bad frei von Stolperfallen und nachts beleuchtet (Nachtlicht oder Bewegungsmelder)?
  • Tür zum Schlafzimmer breit genug (lichte Breite mindestens 80 cm, rollstuhlgerecht 90 cm)?
  • Teppiche und Kabel rund ums Bett entfernt oder rutschfest befestigt?
  • Reicht das Bett auch im Pflegefall? Ein Pflegebett stellt die Pflegekasse meist leihweise; bei Anschaffung tragen Sie 10 %, höchstens 25 €.
  • Falls Hausnotruf vorhanden: Wird der Sender (Armband oder Kette) auch nachts getragen?

Was tun? Lösungen und Zuschüsse: Hilfsmittel & Sicherheit · Sturzprävention

6. Wohnraum

Im Wohnzimmer zählen freie Wege und ein sicherer Boden.

  • Lose Teppiche, Läufer und Kabel entfernt oder rutschfest befestigt?
  • Wege zwischen den Möbeln frei und breit genug – auch mit Rollator? (Oft reicht es, ein Möbelstück umzustellen.)
  • Übergang zu Balkon oder Terrasse: schwellenlos oder höchstens 2 cm hoch?
  • Helles, blendfreies Licht? Kontrastreiche Gestaltung hilft zusätzlich bei eingeschränktem Sehen.

Was tun? Lösungen und Zuschüsse: Altersgerechter Umbau · Türen & Schwellen

7. Licht, Boden & Sicherheit – in allen Räumen

Diese Punkte gelten für die ganze Wohnung – sie sind die wirksamste Sturzvorbeugung.

  • Überall gutes Licht, besonders nachts (Bewegungsmelder, Nachtlicht auf dem Weg zum Bad)?
  • Böden eben und rutschfest, Stolperfallen (Teppichkanten, Kabel, Schwellen) beseitigt?
  • Haltegriffe dort, wo Halt gebraucht wird (Bad, Flur), rutschfeste Matten?
  • Festes, flaches Schuhwerk mit rutschfester Sohle – auch in der Wohnung?
  • Hausnotruf vorhanden – besonders wichtig für Menschen, die allein leben? (Zuschuss der Pflegekasse mit Pflegegrad: bis zu 27 €/Monat, seit 1. April 2026.)

Was tun? Lösungen und Zuschüsse: Sturzprävention · Hausnotruf

Notizen & Maße

Halten Sie hier gemessene Türbreiten, Schwellenhöhen und alles fest, was Ihnen bei der Begehung auffällt.

Diese Checkliste bietet eine allgemeine, unverbindliche Orientierung (Stand 2025/2026) und ersetzt keine Fachberatung – etwa durch eine Wohnberatungsstelle, einen Pflegestützpunkt oder einen Fachbetrieb. Die genannten Maße folgen der DIN 18040-2; im Bestand genügt oft eine barrierearme Lösung. Förderbeträge und Programme (u. a. § 40 Abs. 4 SGB XI, KfW, § 35a EStG) können sich ändern – bitte vor dem Umbau bei Pflegekasse und KfW bestätigen lassen. Keine Rechts- oder Steuerberatung.

Barrieren gefunden? Fördergeld nicht verschenken

Vieles aus dieser Checkliste müssen Sie nicht allein bezahlen – für „wohnumfeldverbessernde Maßnahmen" gibt es mehrere Fördertöpfe:

  • Pflegekasse (§ 40 Abs. 4 SGB XI): bei anerkanntem Pflegegrad (bereits ab Pflegegrad 1) bis zu 4.180 € je Maßnahme – z. B. für bodengleiche Dusche, Türverbreiterung, Rampe oder Treppenlift. Leben mehrere Anspruchsberechtigte zusammen, sind bis zu 16.720 € je Maßnahme möglich.
  • KfW – auch ohne Pflegegrad: Investitionszuschuss 455-B (10 % der Kosten, max. 2.500 € je Einzelmaßnahme; beim Paket „Altersgerechtes Haus" 12,5 %, max. 6.250 €) oder Förderkredit 159 (bis 50.000 € je Wohneinheit). Die Zuschuss-Mittel sind begrenzt – Verfügbarkeit vor dem Antrag auf kfw.de prüfen.
  • Steuer (§ 35a EStG): 20 % der reinen Lohn-/Arbeitskosten, höchstens 1.200 € pro Jahr – nur für selbst gezahlte, nicht anderweitig geförderte Beträge.
  • Zur Miete (§ 554 BGB): Mieter können die Zustimmung des Vermieters zu barrierereduzierenden Umbauten verlangen, wenn die Maßnahme zumutbar ist – Zustimmung immer schriftlich einholen.

Goldene Regel: erst beantragen, dann beauftragen. Der Pflegekassen-Zuschuss und die KfW-Förderung müssen vor Beginn der Maßnahme beantragt sein – und „Beginn" ist schon die Auftragsvergabe an den Handwerker, nicht erst der Baustart. Wer zuerst beauftragt, verliert in der Regel die Förderung. Alle Töpfe im Überblick: Förder-Schnellcheck für den Umbau.

Häufige Fragen

Wie prüfe ich, ob eine Wohnung altersgerecht ist?

Am besten mit einer systematischen Begehung Raum für Raum: bei Tageslicht und noch einmal abends durch die Wohnung gehen, alle Wege mit Rollator oder Rollstuhl abfahren (falls vorhanden) und die Maße messen – lichte Türbreiten, Schwellenhöhen, Bewegungsflächen. Genau dafür ist diese Checkliste gedacht; das Ergebnis besprechen Sie dann mit einer neutralen Wohnberatung oder mit uns.

Welche Maße gelten für eine barrierefreie Wohnung?

Maßgeblich ist die DIN 18040-2: lichte Türbreite mindestens 80 cm (rollstuhlgerecht 90 cm), Schwellen möglichst keine – höchstens 2 cm, wo technisch unvermeidbar –, Bewegungsflächen 120 × 120 cm (barrierefrei) bzw. 150 × 150 cm (rollstuhlgerecht) und Rampen mit höchstens 6 % Längsneigung. Im Bestand genügt oft eine barrierearme Lösung ohne volle Normerfüllung.

Was sind die häufigsten Barrieren in der Wohnung?

Die Badewanne statt einer bodengleichen Dusche, Türschwellen, zu schmale Türen, fehlende Haltegriffe und Handläufe, schlechtes Licht sowie Stufen am Hauseingang. Auch lose Teppiche und Kabel zählen dazu – Stürze passieren am häufigsten zu Hause.

Wer hilft bei der Wohnungsbegehung?

Kostenlose, neutrale Hilfe bieten Pflegestützpunkte und kommunale Wohnberatungsstellen. Auch wir schauen kostenlos und unverbindlich auf Ihr Ergebnis, erklären die Zuschüsse und bringen Sie auf Wunsch mit passenden, regionalen Fachbetrieben zusammen.

Zahlt die Pflegekasse den Umbau?

Bei anerkanntem Pflegegrad (ab Pflegegrad 1) gibt es für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen bis zu 4.180 € je Maßnahme (§ 40 Abs. 4 SGB XI); eine „Maßnahme" kann mehrere Umbauten zugleich umfassen. Leben mehrere Anspruchsberechtigte zusammen, sind bis zu 16.720 € möglich. Wichtig: den Antrag vor der Auftragsvergabe stellen.

Gibt es Förderung auch ohne Pflegegrad?

Ja, über die KfW: den Investitionszuschuss 455-B (10 %, max. 2.500 € je Einzelmaßnahme) und den Förderkredit 159 (bis 50.000 €) gibt es unabhängig von Alter und Pflegegrad. Die Verfügbarkeit des Zuschusses vor dem Antrag auf kfw.de prüfen. Zusätzlich sind 20 % der Lohnkosten über § 35a EStG absetzbar (max. 1.200 €/Jahr).

Darf ich in einer Mietwohnung umbauen?

Oft ja: Nach § 554 BGB können Mieter die Zustimmung des Vermieters zu barrierereduzierenden Umbauten verlangen, wenn die Maßnahme zumutbar ist. Der Vermieter darf meist eine Kaution für den späteren Rückbau verlangen. Holen Sie die Zustimmung immer schriftlich ein, bevor Sie beginnen.

Kann ich die Checkliste als PDF speichern?

Ja. Klicken Sie auf „Checkliste drucken / als PDF speichern" und wählen Sie im Druckfenster „Als PDF speichern". Gedruckt wird nur die Checkliste selbst – ohne Menü und Seitenrahmen.

Barrieren gefunden – und jetzt?

Begehung, Maße, Zuschussantrag, Handwerkersuche – das ist viel auf einmal. Wir ordnen Ihr Ergebnis kostenlos ein, erklären, welche Förderung zu Ihrer Situation passt, und bringen Sie auf Wunsch mit passenden, regionalen Fachbetrieben zusammen. Kostenlos, unverbindlich und unabhängig.

Oder schreiben Sie uns an info@seniorenlotse.com

Vielen Dank, Sie.

Ihre Anfrage ist eingegangen. Wir melden uns innerhalb von 24 Stunden und beraten Sie kostenlos zum altersgerechten Umbau.

Dringend? Schreiben Sie uns an info@seniorenlotse.com

Quellen & weiterführende amtliche Stellen

Für die rechtlichen und finanziellen Angaben in diesem Ratgeber werten wir amtliche Primärquellen aus. Maßgeblich ist immer der aktuelle Stand der jeweiligen Stelle:

Erstellt mit Unterstützung von KI-Werkzeugen – inhaltlich geprüft und redaktionell verantwortet. Zuletzt geprüft: August 2026 · Wie wir recherchieren & prüfen