Wohnen im Alter

Barrierefreies Bad – sicher duschen, länger selbstständig bleiben

Das Bad ist die häufigste Unfallstelle im Haushalt – vor allem beim Ein- und Ausstieg aus der Wanne. Eine bodengleiche Dusche, Haltegriffe und rutschhemmende Böden machen es sicher. Dieser Ratgeber erklärt die sinnvollen Maßnahmen, die richtigen Maße, realistische Kosten und alle Zuschüsse – und wir bringen Sie auf Wunsch mit erfahrenen Fachbetrieben zusammen.

Modernes, barrierearmes Bad mit bodengleicher Dusche und Haltegriff

Warum ein sicheres Bad so wichtig ist

Nasse Fliesen, eine hohe Badewanne und fehlende Haltemöglichkeiten führen häufig zu Stürzen – oft mit ernsten Folgen. Ein barrierearmes Bad senkt dieses Risiko deutlich und ermöglicht es, sich länger selbstständig und mit Würde zu pflegen. Schon der Tausch der Wanne gegen eine bodengleiche Dusche bringt einen großen Sicherheitsgewinn.

Die wichtigsten Maßnahmen

  • Bodengleiche (begehbare) Dusche statt Wanne oder Duschtasse mit Rand – die wichtigste Einzelmaßnahme.
  • Haltegriffe an Dusche und WC, ein Klappsitz in der Dusche.
  • Rutschhemmende Fliesen und Einhebel- oder Thermostatarmaturen (Verbrühschutz).
  • Türen verbreitern (mind. 90 cm) und möglichst nach außen öffnend.
  • Unterfahrbares Waschbecken und ein etwas höheres WC.

Die richtigen Maße (DIN 18040-2)

Wer von vornherein normgerecht plant, ist auch für später (z. B. Rollator oder Rollstuhl) gut aufgestellt:

ElementEmpfehlung
Schwelle der Duschemöglichst keine; höchstens 2 cm
Bodengefälle Duscheca. 2–3 %
Rutschhemmung NassbereichR10/R11 (barfußnass „B")
Duschplatzmind. 120 × 120 cm
Türbreitemind. 90 cm
Bewegungsfläche (rollstuhlgerecht)150 × 150 cm

Was ein barrierefreies Bad kostet

UmfangOrientierung (Richtwerte)
Nur bodengleiche Duscheca. 3.000–8.000 €
Teilumbau (Dusche + Griffe + Armaturen)ca. 5.000–10.000 €
Kompletter barrierefreier Umbauca. 15.000–25.000 €

Die Spanne ist groß, weil Abriss, Abdichtung, Estrich, Fliesen und Sanitärinstallation je nach Ausgangszustand sehr unterschiedlich ausfallen. Das sind Marktrichtwerte (Stand 2025/2026) – maßgeblich ist Ihr konkretes Angebot.

Zuschüsse & Förderung

  • Pflegekasse: bei Pflegegrad (ab Pflegegrad 1) bis zu 4.180 € je Maßnahme (§ 40 Abs. 4 SGB XI) – deckt eine bodengleiche Dusche oft fast vollständig. Bei mehreren Berechtigten bis 16.720 €.
  • KfW „Altersgerecht Umbauen": Kredit 159 (bis 50.000 €) und – sofern Mittel verfügbar – Investitionszuschuss 455-B (10 %, max. 2.500 € je Einzelmaßnahme; bis 6.250 € beim Standard). Verfügbarkeit des Zuschusses tagesaktuell prüfen.
  • Steuer: 20 % der Lohnkosten (§ 35a EStG, max. 1.200 €/Jahr) oder als außergewöhnliche Belastung bei medizinischer Notwendigkeit.

Tipp: Mit kombinierter Förderung sinkt der Eigenanteil oft deutlich. Stellen Sie Förderanträge immer vor der Auftragsvergabe und holen Sie mehrere Angebote ein.

Tipps für die Umsetzung

  • Erfahrenen Fachbetrieb wählen – die saubere Abdichtung und das Gefälle der bodengleichen Dusche sind die häufigste Mangelquelle.
  • Im Altbau ist die Aufbauhöhe der Knackpunkt; flache Abläufe oder Pumpenlösungen helfen, wenn wenig Platz ist.
  • Einmal richtig: Wer absehbar einen Rollstuhl nutzt, sollte gleich nach DIN-Maßen planen.
  • Neutral beraten lassen – Pflegestützpunkt oder Wohnberatungsstelle helfen kostenlos.

Bad in der Mietwohnung

Mieter haben nach § 554 BGB in der Regel Anspruch auf die Zustimmung des Vermieters zu einem barrierefreien Badumbau, wenn die Maßnahme zumutbar ist. Üblich ist eine Kaution für den späteren Rückbau. Holen Sie die Zustimmung vor Beginn schriftlich ein.

Dieser Ratgeber bietet allgemeine, sorgfältig recherchierte Informationen (Stand 2025/2026) und ersetzt keine individuelle Rechts-, Steuer- oder Förderberatung. Preise sind Marktrichtwerte und objektabhängig; Förderbeträge und die Verfügbarkeit der KfW-Programme können sich ändern – bitte bei Pflegekasse und KfW bestätigen lassen.

Häufige Fragen

Was kostet der Umbau von der Wanne zur bodengleichen Dusche?

Je nach Fliesen- und Abdichtungsaufwand grob 3.000–8.000 €. Ein reiner Duschtausch ohne komplette Sanierung ist am günstigsten.

Zahlt die Pflegekasse den Badumbau?

Mit Pflegegrad (ab Pflegegrad 1) bis zu 4.180 € je Maßnahme. Das deckt eine bodengleiche Dusche oft fast vollständig. Den Antrag vor Auftragsvergabe stellen.

Kann man eine bodengleiche Dusche im Altbau nachrüsten?

Meist ja. Entscheidend ist genug Höhe für Ablauf und Gefälle (2–3 %). Bei wenig Aufbauhöhe helfen flache Abläufe oder eine Pumpenlösung.

Welche Fliesen sind sicher?

Rutschhemmende Fliesen der Klasse R10/R11 (barfußnass „B"). Das ist gegen Ausrutschen wichtiger als die Optik.

Wie breit muss die Tür sein?

Für Rollator oder Rollstuhl mindestens 90 cm, ideal nach außen öffnend – das schafft Platz und erleichtert die Rettung bei einem Sturz.

Teil- oder Komplettumbau?

Ein Teilumbau (Dusche + Griffe) deckt das Wichtigste ab und ist deutlich günstiger. Ein Komplettumbau lohnt vor allem, wenn das Bad ohnehin saniert wird.

Brauche ich einen Pflegegrad?

Für den Pflegekassen-Zuschuss ja. Ohne Pflegegrad bleiben der KfW-Kredit 159, (sofern verfügbar) der Zuschuss 455-B sowie Steuervorteile.

Wie lange dauert ein Badumbau?

Ein Teilumbau dauert wenige Tage, ein Komplettumbau meist 1–3 Wochen inklusive Trocknungszeiten – je nach Betrieb und Umfang.

Sie möchten Ihr Bad sicherer machen?

Wir erklären die Zuschüsse, ordnen Ihren Bedarf ein und bringen Sie auf Wunsch mit erfahrenen, regionalen Fachbetrieben zusammen. Kostenlos und unverbindlich.